08.12.2020

Studienergebnisse zu Freien im Lokalen veröffentlicht

Eine quantitative Online-Befragung, durchgeführt im DFG-Projekt am Institut für Journalistik, liefert Daten zu persönlichen und beruflichen Merkmalen und Typen freier Mitarbeiter*innen in Lokalredaktionen.

Foto: Andrey Popov / iStock

Das Team um Projektleiterin Prof. Dr. Wiebke Möhring und Projektmitarbeiterin Anna-Lena Wagner hat jüngst Erkenntnisse aus einer Befragung von 512 freien Mitarbeiter*innen aus ganz Deutschland, die in Lokalredaktionen von Tageszeitungen und ihren Onlineablegern tätig sind, in zwei Beiträgen auf der Website des European Journalism Observatory (EJO) veröffentlicht.

Der erste Artikel gibt einen Einblick, wer die Freien sind, die ohne Festanstellung in Lokalredaktionen mitarbeiten und mit dafür sorgen, dass Themen und Ereignisse aus dem Nahraum in Lokalausgaben erscheinen. Sie bilden eine sehr heterogene Gruppe: In der Stichprobe finden sich junge und alte Mitarbeiter*innen, haupt- und nebenberufliche Akteure, Gutverdienende und solche, die nur ein kleines zusätzliches Taschengeld mit ihrer freien Mitarbeit verdienen. Sie besuchen fast alle Termine und berichten darüber in Text und Bild. Den Studienergebnissen zufolge gibt es aber auch noch viele weitere lokalredaktionelle Aufgaben, die von Teilen der freien Mitarbeiterschaft übernommen werden.

Im zweiten EJO-Beitrag stellen die Autorinnen fünf Typen lokaler freier Mitarbeiter*innen vor, die mithilfe einer Clusteranalyse identifiziert wurden. Da sind zum Beispiel die Senior-Quereinsteiger*innen, die im Schnitt Mitte 60 sind, nebenberuflich vergleichsweise wenige Stunden pro Woche im Lokalen arbeiten, kein Volontariat absolviert haben und häufig intensiv über Kultur- oder Vereinsthemen berichten. Ganz anders die Mitte 40-jährigen Profi-Journalist*innen: Sie haben ein Volontariat absolviert, sind hauptberufliche Journalist*innen (in der Regel auch für andere Medien), arbeiten durchschnittlich rund 22 Stunden pro Woche in ihrer schwerpunktmäßigen Lokalredaktion und übernehmen vielfältige Aufgaben (z. B. eigene Recherchen, Editoren-Tätigkeiten).

Das DFG-Projekt befasst sich seit August 2018 in empirischen Studien mit den Merkmalen und Arbeitsbedingungen freier Mitarbeiter*innen in Lokalredaktionen von Tageszeitungen. Seit August 2019 fanden dazu Leitfadengespräche mit Verantwortlichen aus 16 Chef- und Lokalredaktionen von Tageszeitungen in Deutschland statt. Im Sommer 2020 erfolgte eine Online-Befragung freier Mitarbeiter*innen, deren Ergebnisse im Fokus der EJO-Beiträge stehen.