15.01.2020

Übers Wetter reden – aber richtig

ARD-Wetterexperte Karsten Schwanke war zu Gast in unserer Vortragsreihe „Die Wissensmacher“ und klärte über den Klimawandel auf.

Foto: Felix Schmale/TU Dortmund

In der ARD erklärt Meteorologe Karsten Schwanke Wetterphänomene für ein Millionenpublikum, am Montag war er zu Gast im Hörsaal der TU Dortmund. Im Rahmen unserer Vortragsreihe „Die Wissensmacher“ des Lehrstuhls Wissenschaftsjournalismus erklärte er die Zusammenhänge von Wetter und Klima sowie zwischen Wissenschaft und Medien.

Der Klimawandel stand im Fokus seines Vortrags. Dass menschengemachtes Kohlendioxid die Hauptursache für die globale Erwärmung sei, sei „so sicher wie das Amen in der Kirche“, so Schwanke. Er wundere sich, warum in deutschen Medien darüber immer noch diskutiert werde. 

Schwanke bemängelte, dass viele Journalisten, die über den Klimawandel berichten, nur unzureichende wissenschaftliche Kenntnisse hätten und es deshalb häufig zu Fehlern in der Berichterstattung komme. Er betonte, dass der Klimawandel ein gesamtgesellschaftliches parteienübergreifendes Thema werden müsse und nicht nur von einer politischen Richtung zu bestreiten sei.

Er wünsche sich zudem, dass das Thema schon in der Schule besser vermittelt würde und dass „komplexe Schulfächer, die besser zu den Themen unserer Zeit“ passten, eingeführt würden. So auch das Fach „Klimawandel“, in dem unter anderem Inhalte aus Mathematik, Geographie und Sozialwissenschaften unterrichtet werden könnten. Vor allem in der mathematischen Ausbildung sieht er Nachholbedarf: Zukunftsfragen könne man nur mit Hilfe von Wissenschaft klären, und für ein wissenschaftliches Verständnis seien Statistik-Kenntnisse nötig, so Schwanke. 

Klimastudien zeigten, dass ab dem Jahr 2050 jeder zweite Sommer in Deutschland so heiß oder noch heißer würden als der sogenannte „Jahrhundertsommer“ 2018 – und dass wir in 100 Jahren keinen Wald mehr hätten. „Da kommt noch sehr viel auf uns zu“, sagte Schwanke und fügte hinzu: „Für die Berichterstattung brauchen wir auch viele gute Wissenschaftsjournalisten.“

Außerdem erläuterte er, wie Wettermodelle gerechnet werden, warum man sich das Geld für Apps, die das Wetter für die nächsten zwei Wochen vorhersagen, sparen kann, und worin er die Zukunft von Wetter-Sendungen im Fernsehen sieht. Zum einen müssten diese Unwetter, die immer häufiger auftreten, besser begleiten. Journalisten müssten dort zum anderen die wissenschaftlichen Hintergründe von Wetterphänomenen und globaler Erwärmung häufiger erklären.  

Die Gastvortragsreihe „Die Wissensmacher“ wird seit dem Wintersemester 2003/04 regelmäßig vom Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus der TU Dortmund organisiert. Seitdem haben rund 200 renommierte Wissenschaftsjournalistinnen und -journalisten sowie Expertinnen und Experten aus Pressestellen sowie der übrigen Wissenschaftskommunikation Fragen nach aktuellen Trends, Aufgaben und Herausforderungen in verschiedenen Medien beantwortet. Die Reihe wird in Kooperation mit der Medizinischen Fakultät und dem Dezernat Hochschulkommunikation der Ruhr-Universität Bochum im Rahmen der Universitätsallianz Ruhr veranstaltet.