13.03.2020

Studie zum Image freier Lokaljournalisten vorgestellt

Das medial vermittelte Image freier Mitarbeiter*innen im Lokalen stand im Fokus eines Vortrags von IJ-Mitarbeiterin Anna-Lena Wagner und Prof. Dr. Wiebke Möhring auf der DGPuK-Jahrestagung 2020 in München.

Beiträge in Fachzeitschriften und wissenschaftlichen Publikationen zeichnen seit Jahrzehnten ein oft wenig schmeichelhaftes Bild von freien Lokaljournalist*innen in Zeitungs- und Onlineredaktionen: So werden diese beispielsweise als „Hobby-Journalisten“ oder „Stiefkinder der Redaktionen“ bezeichnet.

Mit Blick auf die wirtschaftlichen Schwierigkeiten von Tageszeitungen und ihren Onlineablegern ist zu erwarten, dass freie Journalist*innen insbesondere in Lokalredaktionen immer wichtiger werden. Die Frage nach ihrem Image bei Rezipient*innen ist damit hochaktuell. In einer Studie haben Anna-Lena Wagner und Prof. Dr. Wiebke Möhring unter Mitarbeit von Anne Palka als studentische Hilfskraft das Image der lokalen Freien erstmals systematisch untersucht, indem sie eine quantitative und qualitative Inhaltsanalyse kombiniert haben. Auf Basis eines komplexen Auswahlverfahrens mithilfe der Pressedatenbank Genios wurden Beiträge in der Regionalpresse und in überregionalen Publikationen analysiert. Die Ergebnisse der Studie haben Anna-Lena Wagner und Wiebke Möhring auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Publizistik und Kommunikationswissenschaft (DGPuK) am 11. März 2020 in München präsentiert.

Die Ergebnisse zeigen, dass die lokalen Freien in Regionalzeitungen als Akteur*innen thematisiert werden und oftmals positiv evaluiert werden. Sie gelten beispielsweise als „die unentbehrlichen Helfer, die meist im Hintergrund arbeite“". In der überregionalen Presse werden vorrangig die Strukturen thematisiert, in denen die Freien handeln, zum Beispiel die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Diese Evaluationen fallen oftmals negativ aus; so wird beispielsweise auf „Dumping-Honorare, soziale Unsicherheit, oft Nacht- und Wochenendarbeit“ verwiesen, die die freie Mitarbeit prägen.
„Freie Mitarbeiter*innen im Lokalen“ stehen auch im Fokus eines aktuell am Institut für Journalistik laufenden DFG-Projekts, das sich in mehreren Befragungen mit den Merkmalen lokaler freier Journalist*innen und ihrer organisatorischen Einbindung in Lokalredaktionen befasst.