25.10.2019

Partizipative Ausstellung: Add Color (Refugee Boat)

Yoko Ono unterstützt internationale Journalisten-Ausbildung an der TU Dortmund mit einem Kunstwerk im Dortmunder U.

Einen großen Erfolg feiert das partizipative Kunstwerk Yoko Ono: Add Color (Refugee Boat) im Container unter dem Dortmunder U: Über 1.000 Menschen haben in nur sechs Tagen die Ausstellung besucht und ihre Gedanken und Gefühle zum Thema Flucht und Migration hinterlassen.

„Es ist beeindruckend“, so Prof. Dr. Susanne Fengler, Wissenschaftliche Leiterin des Erich-Brost-Instituts für Internationalen Journalismus (EBI) an der TU Dortmund, das die Ausstellung ausrichtet, „wie die Menschen aus dem gesamten Ruhrgebiet diese Ausstellung sofort in ihr Herz geschlossen und sich zu eigen gemacht haben.“ Besonders wichtig sei auch, dass die Ausstellung „bereits in Lehrpläne übernommen wird, und Lehrende ihre Seminare in den Container verlegen, damit die Menschen durch Yoko Onos künstlerische Interpretation einen neuen Zugang zum Verständnis eines der herausragenden Themen unserer Zeit finden - Migration und Flucht.“ 

Yoko Ono hat ihr partizipatives Kunstwerk Add Color (Refugee Boat) ausdrücklich zur Unterstützung der akademischen Lehre im Bereich internationalem Journalismus an der Technischen Universität Dortmund (TU) geschenkt. „Events sind die besten Lehrer“, so Yoko Ono. In dem Ausstellungsraum steht ein Boot – „Flüchtlingsboot“ – in einem weißen Raum. Besucher sind eingeladen, mit Pinseln und blauer Farbe ihre Gedanken und Gefühle zum Thema zu hinterlassen, auf dem Boot, dem Boden, den Wänden, den Fenstern. So wird der ursprüngliche weisse Raum zusehends blau und ist auf dem Platz vor dem U schon von weitem sichtbar.

Die tägliche Veränderung des Bootes ist mit Einbruch der Dämmerung, an jedem Tag, in weiten Teilen Dortmunds mitvollziehbar durch die Arbeit des Dortmunder Künstlers Adolf Winkelmann: Er überträgt die Veränderung des Bootes in seinen Fliegenden Bildern in der Dachkrone des Dortmunder U.

Yoko Ono ist eine der einflussreichsten und zugleich umstrittensten Künstlerinnen der Gegenwart. Sie gilt als Wegbereiterin von künstlerischer Performance und Konzeptkunst. Geboren 1933 in Japan, lebt sie seit Jahrzehnten in New York. Ihre künstlerischen Arbeiten umfassen unter anderem Installationen, Filme, Performances, Zeichnungen, Texte. Einer der Schwerpunkte Yoko Onos ist das Leid der Menschen, die vor Kriegen und Unterdrückung fliehen. Zu ihren Hauptwerken gehören dabei FREIGHT TRAIN (1999), das erstmals auf dem Schlossplatz in Berlin gezeigt wurde; ADD COLOR (REFUGEE BOAT) (1960/2016), in 2016 im Macedonian Museum of Contemporary Art in Thessaloniki ausgestellt; INVISIBLE PEOPLE (2009-2017) mit der Premiere im Hotel Excelsior im Lido, Venedig, als Teil der OPEN 20. Jedes Werk ist spezifisch, aber folgt derselben grundlegenden Annahme.

Das partizipative Kunstwerk wurde anlässlich der Jahrestagung der European Journalism Training Assocation (EJTA), die das EBI veranstaltet hat, am 17. Oktober eröffnet.

Das partizipative Kunstwerk Yoko Ono: Add Color (Refugee Boat) steht Besuchern - bei freiem Eintritt – bis Sonntag, 12. Januar 2020, offen im Container unter dem U (Container auf dem Vorplatz des Dortmunder U). Öffnungszeiten: dienstags und mittwochs: 11 bis 18 Uhr, donnerstags und freitags: 11 bis 20 Uhr, samstags und sonntags: 11 bis 18 Uhr, montags geschlossen.


Informationen:
Monika Lengauer
Erich Brost Institut
E-Mail
Telefon: 0231-755 6968

 

Foto: Sven Dröge