28.01.2020

Journalismus und Aktivismus – wie passt das zusammen?

Haltung, Objektivität und Glaubwürdigkeit von JournalistInnen standen im Fokus einer Podiumsdiskussion, die die ImpulsRedaktion und das Straßenmagazin Bodo gemeinsam veranstalteten.

Im Bodo-Buchladen diskutierten Bastian Püttner (1.v.l.), Sigrun Rottmann (2.v.l.), Leonie Sontheimer (2.v.r.) und Kay Bandermann (1.v.r.) zum Thema Journalismus und Aktivismus. Nathan Niedermeier (Mitte) moderierte. Foto: ImpulsRedaktion

Journalismus und eine intakte Zivilgesellschaft übernehmen eine entscheidende Rolle in einer funktionierenden Demokratie. Wie aber ist das Verhältnis dieser beiden Akteure zueinander? Wo verlaufen Grenzen? Wo liegen Gemeinsamkeiten aber auch zentrale Unterschiede? Darüber diskutierten am vergangenen Donnerstag VertreterInnen aus Journalismus und Journalistenausbildung im Bodo-Buchladen in Dortmund. Organisiert wurde die Podiumsdiskussion in Kooperation mit Bodo von der ImpulsRedaktion, einem Dortmunder Filmkollektiv, das von Studierenden des IJ gegründet wurde.

Mit auf dem Podium saß Sigrun Rottmann, freie Journalistin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Journalistik. Rottmann verantwortet am IJ die Seminarreihe „Konfliktsensitiver Journalismus“, die sich mit journalistischer Haltung und dem Reflektieren der eigenen journalistischen Arbeit beschäftigt.

Weitere Podiumsgäste waren Bastian Pütter, Leiter der Bodo-Redaktion und Sprecher des deutschsprachigen Teils des International Network of Streetpapers, Leonie Sontheimer, freie Journalistin für u.a. Zeit online, taz und das Y-Kollektiv sowie Kay Bandermann, freier Journalist für den WDR und Vorsitzender des Pressevereins Ruhr im Deutschen Journalisten-Verband. Moderiert wurde die Veranstaltung von Nathan Niedermeier, einem der Gründer der ImpulsRedaktion und Student am IJ.

„Journalisten können nicht objektiv sein“

„Ich finde es ganz wichtig, dass sich Journalist*innen in der Aus- und Weiterbildung damit auseinandersetzten, dass sie selbst nicht objektiv sein können. Das bedeutet zu reflektieren, welche eigenen Perspektiven man hat und in der journalistischen Arbeit einnimmt“, betonte IJ-Mitarbeiterin Sigrun Rottmann. Leonie Sontheimer erläuterte in diesem Zusammenhang, dass sie als Umweltschützerin aktiv war, bevor sie Journalistin wurde und sich nach wie vor bei Greenpeace engagiere. „Eine Konsequenz daraus ist für mich, nicht über Aktionen und Aktivitäten von Greenpeace zu berichten“, so Sontheimer.

Sigrun Rottmann und Leonie Sontheimer äußerten sich auch kürzlich im @mediasres Medienmagazin des Deutschlandfunks zum Thema, in dem es darum ging, wie Journalisten ihren Aktivismus von der Arbeit trennen.

Die ganze Podiumsdiskussion wird in Kürze auch auf dem YouTube-Kanal der ImpulsRedaktion zu sehen sein, wo sie konstruktiven Journalismus macht. Die Redaktionsmitglieder porträtieren in ihren Videos Menschen, die in den Bereichen Gerechtigkeit, Klimaschutz und Nachhaltigkeit Mut machende Projekte initiiert haben. Im Februar soll die zweite Staffel veröffentlicht werden, in der es um Menschen und Projekte rund um Dortmund gehen wird.

Youlius Award für ImpulsRedaktion

Vergangenes Wochenende wurde die ImpulsRedaktion mit dem Youlius Award 2020 ausgezeichnet. Das Fimkollektiv gewann den Preis für kleine YouTube Kanäle aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in der Kategorie „Youlius for future“. Der Preis und die Preisverleihung im Schauspielhaus in Bochum wurden von dem gemeinnützigen Verein zur Förderung der Webvideokultur getragen und von der Bundeszentrale für politische Bildung sowie der Film- und Medienstiftung NRW gefördert.