23.01.2020

Trumps Präsidentschaft lässt wahrgenommene Unsicherheit steigen

Analyse von IJ-Professor Henrik Müller zeigt, wie stark Donald Trump und seine Amtszeit in der Berichterstattung deutscher Medien mit Unsicherheit in Verbindung gebracht werden.

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Durch den Amtsantritt von Donald Trump ist die Wahrnehmung wirtschaftspolitischer Unsicherheit in Deutschland so stark gestiegen wie durch kein anderes Ereignis der vergangenen zehn Jahre. Das zeigt eine Untersuchung von IJ-Professor Henrik Müller für den ifo-Schnelldienst.

Müller, der im Rahmen des Forschungszentrums DoCMA mit Kollegen der Statistik und der Informatik zur Big-Data-Analyse von Medieninhalten forscht, hat die Berichterstattung der Tageszeitungen „Welt“, „Süddeutsche Zeitung“ und „Handelsblatt“ von Januar 2008 bis Juli 2019 einer automatisierten Inhaltsanalyse unterzogen. Dabei gingen 1,36 Millionen Texte in die Studie ein.

Die Artikel wurden mittels des unüberwachten Analyseverfahrens Latent Dirichlet Allocation (LDA) untersucht, für das am DoCMA ein spezielles Softwarepaket (tosca) entwickelt wurde. Mit diesem Ansatz lassen sich vorurteilsfrei inhaltliche Muster erkennen. So wurden keine bestimmten Unsicherheitsfaktoren, beispielsweise das Suchwort „Trump“, vorgegeben, sondern nach wirtschaftspolitischen Unsicherheitsfaktoren im Allgemeinen gesucht. Dennoch zeigt die Analyse, wie stark Donald Trump und seine Amtszeit in der Berichterstattung mit Unsicherheit in Verbindung gebracht werden. Ein weiterer wichtiger Unsicherheitsfaktor waren der Analyse zufolge in den vergangenen Jahren die Notenbanken, deren außergewöhnliche Maßnahmen für Bürger und Märkte zunächst kaum einschätzbar waren.

Eine Kurzfassung der Studie findet sich auf der Website des European Journalism Observatory. Die Langfassung ist im ifo Schnelldienst erschienen.