18.03.2020

Corona-Krise: "Wirtschaftspolitik darf nicht zögerlich agieren"

IJ-Professor Henrik Müller spricht sich in einem Beitrag für VoxEU, den Blog des Centre for Economic Policy Research, gegen eine Strategie der kleinen Schritte aus.

Angesichts der Corona-Krise darf die Wirtschaftspolitik nicht zögerlich agieren, sondern sollte ihren kompletten Instrumentenkoffer offenlegen. Zu dieser Einschätzung kommt IJ-Professor Henrik Müller in einem Beitrag für VoxEU, den Blog des Centre for Economic Policy Research. Müllers Analyse zufolge läuft die Wirtschaftspolitik Gefahr, mit einer Strategie der kleinen Schritte zusätzliche Unsicherheit in die Wirtschaft zu tragen – und damit die ohnehin schwerwiegenden Folgen der Krise noch zu verstärken.

Als Analogie zieht er eine Untersuchung des Forschungszentrums DoCMA heran, die einen Indikator zur wirtschaftspolitischen Unsicherheit auf Basis eines Textmining-Ansatz entwickelte. Sie kam zu dem Ergebnis, dass bei der letzten Krise die Geldpolitik der Notenbanken zusätzliche Unsicherheit in Märkte und Öffentlichkeit trug; sie wandte neue Instrumente an, über deren Wirkung und Timing Unklarheit herrschte.

Daraus solle die Wirtschaftspolitik lernen, fordert Müller. „Entscheidungen, die unter großem Druck getroffen werden, können sich als falsch herausstellen; Politikfehler verursachen Kosten. Dennoch ist es wichtig im Blick zu behalten, dass auch Entscheidungsschwäche und Zögerlichkeit sehr teuer werden können.“

Den VoxEU-Beitrag (auf Englisch) finden Sie hier.