09.09.2020

Nach Sommerpause: nächste Diskussionsrunde zur Medienzukunft am 16. September

Im Fokus stehen die aktuelle Medienpolitik und die Idee eines "Spotify für den Journalismus".

Bildquelle: pixabay.com

Es ist eine paradoxe Konstellation: Während die Nachfrage der Bürgerinnen und Bürger nach verlässlichen Informationen, nach Einordnung und kritischer Recherche so groß ist wie seit langem nicht, bricht die wirtschaftliche Basis des Journalismus weg. Seit Beginn der Corona-Krise sind Werbeerlöse noch stärker eingebrochen und Verlage haben noch mehr zu kämpfen als ohnehin schon.

Könnte eine Art Spotify für den Journalismus Medienangebote nachhaltig refinanzieren? Christian-Mathias Wellbrock, Professor für Medien- und Technologiemanagement an der Universität zu Köln, ist schon länger der Ansicht, dass das für manchen Verlag ein Erfolgsmodell sein könnte. In einer Studie für die Landesmedienanstalt NRW ist er kürzlich zum Ergebnis gekommen, dass Nutzerinnen und Nutzer durchaus bereit wären, für solch ein Plattform-Modell, bei dem Inhalte gebündelt und kuratiert werden, zu zahlen.

Im Rahmen einer vom Institut für Journalistik der TU Dortmund organisierten Video-Diskussionsrunde zur Medienzukunft am Mittwoch, 16. September, von 16 bis 18 Uhr, wird Christian-Mathias Wellbrock einen tieferen Einblick in das Thema geben.

Einen weiteren Impulsvortrag – zum Thema staatliche Medienförderung – wird Margit Stumpp, Sprecherin für Medienpolitik der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, halten. Sie hat die vom Bundestag beschlossene Bereitstellung von 220 Millionen Euro für die Presseförderung kritisiert, da ihrer Ansicht nach die Zustellförderung ein falscher Ansatz sei, um Medienvielfalt und Qualitätsjournalismus zu sichern.

Hier können sich Interessierte für die Videokonferenz registrieren.

Die Professorinnen und Professoren des Instituts für Journalistik hatten im April 2020 einen „Aufruf“ zur „Sicherung der Qualität und Vielfalt der Medien“ gestartet und haben seitdem in mehreren Videokonferenzen mit Interessierten aus dem Journalismus, aus Stiftungen und aus der Politik über künftige Finanzierungs- und Qualitätssicherungsmodelle diskutiert. Mit der Konferenz am Mittwoch beenden sie die Sommerpause, von nun an sind wieder monatliche Diskussionsrunden zum Thema geplant.

In den bisherigen Videokonferenzen gaben u.a. Stephanie Reuter, Geschäftsführerin der Rudolf Augstein Stiftung, Thomas Schnedler, Projektleiter bei Netzwerk Recherche und Sprecher des Forums Gemeinnütziger Journalismus sowie Martin Rabanus, Sprecher für Kultur und Medien der SPD-Bundestagsfraktion, Impulse.

Resümees der bisherigen Videokonferenzen und weitere Beiträge zum Thema Medienzukunft finden sich hier.