12.07.2021

IJ und EBI bei der IAMCR

Beschäftigte und Studierende des Instituts für Journalistik (IJ) und des Erich-Brost-Instituts für internationalen Journalismus (EBI) präsentieren bei der digitalen Jahreskonferenz der International Association for Media and Communication Research (IAMCR) ihre Forschungsergebnisse.

Bild: sorbetto/iStock

Gemeinsam mit Forscherkollegen aus Lateinamerika gestalten Mitarbeiterinnen und Studierende ein Panel zu weltweiten Herausforderungen für Demokratie, Journalismus und Pressefreiheit. Fernando Oliveira Paulino, Professor an der Universität Brasilia und derzeit Gastwissenschaftler am EBI, präsentiert dabei gemeinsam mit den IJ-Studierenden Julian Beuter, Jana Bertermann, Karla Kallenbach und Miguel Kaluza sowie Rogerio Cristofoletti und Janara Nicoletti von der brasilianischen Federal University of Santa Catarina Befunde zur Bedrohungssituation von und Gewalt gegen Journalisten in Brasilien unter der Regierung von Jair Bolsonaro. Dabei gehen sie insbesondere auf die Schikanierung von Journalistinnen etwa über gezielte Online-Kampagnen ein.

EBI-Mitarbeiterin Isabella Kurkowski spricht über Journalismus und Pressefreiheit in Myanmar vor und nach dem Militärputsch vom Februar 2021. Kurkowski konstatiert, dass soziale Netzwerke, vor allem aber Facebook, in dem südostasiatischen Land eine wichtige Rolle für die Medienentwicklung und Demokratisierung gespielt haben. Durch die Internetblockaden und dem Monitoring der sozialen Netzwerke durch die Militärregierung stellen diese aber auch ein machtvolles Instrument zur Verfolgung von Journalisten und Rezipienten dar, auch vor dem Hintergrund mangelnder Medien- und Digitalkompetenz weiter Teile der Bevölkerung. Die Fragestellung dieses Vortrages lautet deshalb: Fehlt den sozialen Netzwerken ein adäquater Mechanismus, um Journalisten und Rezipienten in Krisensituationen zu schützen?

EBI-Mitarbeiterin Dr. Ines Drefs gibt im selben Panel einen Überblick über verschiedene Ansätze zur Erforschung internationaler Medienentwicklung und weist auf Parallelen zur Erforschung journalistischer Ethik hin. Sie argumentiert schließlich, dass insbesondere Aushandlungsprozesse zwischen Akteuren der internationalen Medienentwicklung interessante Rückschlüsse auf „fragmentierte Ethik" erlauben.

Ein weiteres Konferenz-Panel gestalten die Promovierenden des am Erich-Brost-Institut angesiedelten Graduiertenkollegs MEDAS 21 zum Thema Medienentwicklungszusammenarbeit. Unter dem Titel „MEDAS21 research projects – Reconceptualizing the Field of Media Development” stellen Michel Leroy, Viviane Schönbächler, Fabíola Ortiz, Roja Zaitoonie, Stefan Wollnik und Mira Keßler Erkenntnisse aus ihren Promotionsprojekten vor.

IJ-Mitarbeiter Dominik Speck präsentiert gemeinsam mit David Fernández Quijada aus der Forschungsabteilung der European Broadcasting Union (EBU) Befunde zur Entwicklung des Medienvertrauens in Europa. Während häufig ein Rückgang des Vertrauens in Medien im letzten Jahrzehnt angenommen wird, zeichnet die Langzeitanalyse des von der EBU auf Grundlage von Eurobarometer-Daten entwickelten Net Trust Index ein komplexeres Bild.

Die Konferenz findet vom 11. bis 15. Juli unter dem Titel „Rethinking borders and boundaries: Beyond the global/local dichotomy in communication studies“ in unterschiedlichen Online-Formaten statt. Die Konferenzbeiträge sind bis zum 11. September für IAMCR-Mitglieder online verfügbar.

Im Umfeld der Konferenz hat das Forschungskolleg MEDAS 21 in Kooperation mit der IAMCR-Fachgruppe Media Sector Development eine Reihe von Seminaren zur weltweiten Lehre in Sachen Medien und Entwicklungszusammenarbeit platziert. In einem digitalen Vorab-Panel wurde außerdem bereits das neue UNESCO-Handbook zur Berichterstattung über Flucht und Migration vorgestellt, das Mitarbeiter des EBI unter Federführung von Prof. Dr. Susanne Fengler, Monika Lengauer und Anna-Carina Zappe entwickelt haben.