25.01.2021

ICA-Konferenz im Mai mit IJ-Beteiligung

Das Institut für Journalistik wird auf der diesjährigen Tagung der International Communication Association (ICA), die vom 27. bis 31. Mai in einem virtuellen Format stattfindet, zwei Paper präsentieren.

Bildnachweis: sorbetto / iStock

„Forgiving the News: The Effects of Corrections on News Users’ Acceptance and the Influence of User Characteristics and Perceptions”

Stefanie Holtrup, Jakob Henke und Wiebe Möhring analysieren, wie das Publikum journalistische Fehler und Korrekturen wahrnimmt und bewertet.

Eine der bedeutsamsten Funktionen des Journalismus ist es, der Bevölkerung zuverlässige und korrekte Informationen zur Verfügung zu stellen. Entsprechend ist die Genauigkeit von Nachrichten ein gut untersuchtes Feld. Wie Nachrichtennutzende Fehler bzw. Fehlerkorrekturen wahrnehmen und bewerten und welchen Einfluss situationsbezogene und individuelle Faktoren darauf haben, ist bisher kaum untersucht.

In zwei Online-Befragungsexperimenten (im Kontext von politischen und Sportnachrichten) hat das Forschungsteam diese Faktoren und ihren Einfluss auf die Toleranz gegenüber und das Vergeben von Fehlern von Nachrichtennutzenden untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass die Präsenz von Korrekturen als auch deren wahrgenommene Stärke und Frequenz die Toleranz und das Vergeben von Nutzenden beeinflussen. Zudem erhöhen die interpersonale Fähigkeit zum Verzeihen als auch die Nachrichtenkompetenz die Toleranz gegenüber Fehlern als auch deren Vergeben. Medienfeindlichkeit hingegen beeinflusst beide Faktoren negativ. Die Ergebnisse unterstützen somit die Notwendigkeit, Transparenz im Journalismus herzustellen und zeigen, dass die Beziehung zwischen Journalistinnen und Journalisten und Nachrichtennutzenden als auch deren individuelle Eigenschaften wichtig sind, wenn journalistische Produkte und Redaktionsprozesse untersucht werden.

„The lure of local news among those who want politics. Exploring the role of political interest in local news consumption in seven countries”

Gemeinsam mit Anne Schulz (Reuters Institute) und Joy Jenkins (University of Tennessee/Reuters Institute) stellt Wiebke Möhring ausgewählte Ergebnisse des Digital News Report zum Lokaljournalismus in sieben europäischen Ländern vor.

Lokale Medienunternehmen sind verstärkt von Personalabbau, Fusionen und Schließungen betroffen, worunter vor allem die lokale politische Berichterstattung leidet. Vor diesem Hintergrund untersuchen die drei Forscherinnen, basierend auf Befragungsdaten des Digital News Reports aus dem Jahr 2020, inwieweit lokale Nachrichten bei politisch interessierten Personen weiterhin auf Interesse stoßen, wie dies mit ihrem Interesse an Nachrichten im Allgemeinen zusammenhängt und auf welche lokalen Nachrichtenquellen das politisch interessierte Publikum zurückgreift. Wie die Analyse zeigt, hängt politisches Interesse mit dem Interesse an lokalen Nachrichten zusammen, spielt aber für das Interesse an Nachrichten im Allgemeinen eine wesentlich größere Rolle. Die Studie kommt in den verschiedenen Ländern zu weitgehend ähnlichen Ergebnissen.

 

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