29.01.2021

„Forschungsethik ist komplex, nicht unmöglich“

Ende 2020 ist am IJ das BMBF-geförderte Verbundvorhaben „Forschungsethik in der Kommunikations- und Medienwissenschaft“ (FEKOM) gestartet.

Realisiert wird das Projekt (Laufzeit 2020-2023) durch das Institut für Journalistik der TU Dortmund und die Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf; die Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover (HMTMH) unterstützt einzelne Projektphasen.

Ausgangspunkt des Projektes ist, dass Forschungsethik in der Kommunikations- und Medienwissenschaft (KMW) zunehmend an Bedeutung gewinnt: Die KMW greift in Forschung und Lehre aktuelle gesellschaftliche Wandlungsprozesse wie Digitalisierung, Globalisierung und Individualisierung auf. Dadurch entwickeln sich fortlaufend Forschungsfragen und Forschungsfelder, die jeweils spezifische forschungsethische Fragen aufwerfen.

Zusätzlich werden auch die empirischen Methoden der KMW immer komplexer. Besonders deutlich wird dies bei Studien, die mit Big Data arbeiten oder computerunterstütze, automatisierte Auswertungsverfahren verwenden. Sie werfen zusätzlich neue ethische Fragen hinsichtlich der informationellen Selbstbestimmung und des Datenschutzes auf. Und auch wenn diese Entwicklungen die KMW vor große Herausforderungen stellen, ist Forschungsethik, wie McKee und Porter in ihrem 2009 erschienenen Werk ‚The Ethics of Internet Research‘ feststellen, „komplex“, aber „nicht unmöglich“.

Vor diesem Hintergrund ist es das Ziel des Projektes, evidenzbasierte Empfehlungen für eine angewandte Forschungsethik in der quantitativ forschenden KMW zu formulieren. Diese sollen innerhalb der Scientific Community implementiert werden und für die Vermittlung in der Lehre aufbereitet werden.
Um diese Ziele zu erreichen, wird mit einem komplexen Mixed-Methods-Design (Experten-Interviews, Online-Umfrage, Gruppendiskussionen und Online-Experimente) gearbeitet. Eine begleitende Website wird die Fortschritte und Zwischenergebnisse während der Dauer des Projektes dokumentieren.

Die Projektleitung übernehmen Prof. Dr. Daniela Schlütz (Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf) und Prof. Dr. Wiebke Möhring (TU Dortmund). Unterstützung bekommen sie von den Projektmitarbeiterinnen Dr. Arne Freya Zillich (Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf) und Eva-Maria Csonka (TU Dortmund).

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