06.09.2017

Die Konferenz „SciCAR“ feiert Premiere

Drei Tage lang diskutieren im Erich-Brost-Haus auf dem Campus der TU Dortmund Daten-/Wissenschaftsjournalisten und Wissenschaftler über die Potenziale eines datenbasierten Journalismus im Big-Data-Zeitalter.

Vom 6.-8. September 2017 werden 140 Teilnehmer aus Wissenschaft und Journalismus diskutieren, wie mit Hilfe von verlässlichen wissenschaftlichen Daten und Analysemethoden journalistisch relevante Beiträge entstehen können. SciCAR ist eine gemeinsame Veranstaltung der Professur Wissenschaftsjournalismus der TU Dortmund, des gemeinnützigen Science Media Centers (SMC) sowie des wissenschaftsjournalistischen Berufsverbands Wissenschafts-Pressekonferenz (WPK).

Mit SciCAR wollen die Veranstalter einen fruchtbaren Austausch zwischen der Wissenschaft (Science) und dem datenbasierten Journalismus (CAR: Computer Assisted Reporting) initiieren. Die Konferenz will ausloten, ob eine künftig intensivere Kooperation zwischen den beiden Systemen Wissenschaft und Journalismus die Qualität öffentlicher Debatten verbessern kann. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Chancen für die regionale Berichterstattung.

Gefördert wird das neue Konferenzformat von der VolkswagenStiftung und der Stiftung Vor Ort NRW der Landesanstalt für Medien NRW. „Mit der Förderung von SciCAR setzen wir den Weg fort, Förderimpulse zu setzen für die Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wissenschaftsjournalismus im Dienste einer informierten Öffentlichkeit“, sagt Dr. Adelheid Wessler, verantwortliche Förderreferentin der VolkswagenStiftung. Für Simone Jost-Westendorf, Geschäftsführerin der Stiftung Vor Ort NRW, kann SciCAR „gerade für den Regionaljournalismus spannende Impulse liefern und Gelegenheit für Austausch zwischen Redaktionen und Wissenschaft bieten. Denn zu vielen journalistisch relevanten Themen stehen regionalspezifische Datensätze zur Verfügung und können als Basis für eine bessere Berichterstattung dienen“.

Drei Tage lang präsentieren in Dortmund deshalb erfahrende Datenjournalismus-Praktiker aus dem In- und Ausland wie der US-Pulitzerpreisträger Sam Roe Recherchen und Projekte, die sich dem Zusammenspiel von Journalismus und Big-Data-Wissenschaften verdanken. Zugleich bietet SciCAR Workshops in Machine Learning, Data-/Text Mining oder Daten-Scraping. Wissenschaftliche Einrichtungen stellen spannende Datensätze vor, die großes Potenzial haben für die journalistische Berichterstattung. Vorträge und Debatten widmen sich den Themen Rentendaten, Wahlprognosen, Algorithm Accountability, Datenschutz oder den Umgang mit Geo- und Social-Media-Daten.

Die VolkswagenStiftung veranstaltet darüber hinaus als Teil des SciCAR-Programms das Abschlusssymposium ihrer 2015 gestarteten Förderinitiative, mit der die Stiftung acht von Journalisten und Wissenschaftlern gemeinsam konzipierte Rechercheprojekte gefördert hat.

„Mit SciCAR wollen wir einen Datenjournalismus fördern, der sich nicht in der Visualisierung von Daten erschöpft, sondern das Potenzial erkennt, das in den Daten für eine methodisch saubere journalistische Wahrheitsfindung steckt“, betont Holger Wormer, Professor für Wissenschaftsjournalismus der TU Dortmund. Für SMC-Redaktionsleiter Volker Stollorz „bieten gerade die rasanten aktuellen Entwicklungen in den Big-Data-Wissenschaften enorme Möglichkeiten, aus der Flut der Informationen entscheidungsrelevantes Wissen zu filtern, wenn Wissenschaftler und kundige Wissenschaftsjournalisten kooperieren und ihre methodische Kompetenzen bündeln“. Aus Sicht des WPK-Vorsitzenden Martin Schneider ist SciCAR eine Innovation in der Konferenzlandschaft, „weil die Veranstaltung die Basis für neue, noch zu gestaltende Formen der Interaktion zwischen den Welten Wissenschaft und Journalismus schafft. SciCAR leistet zudem einen wichtigen Beitrag zum Aufbau der Data Literacy im Journalismus“.

SciCAR ist als zunächst dreiteilige Konferenzreihe im Zeitraum 2017-2019 geplant.