Die Zukunft der Medien sichern

Journalismus ist systemrelevant, und zwar auf fundamentale Weise. Ohne freie, unabhängige, professionelle Medien verlieren Gesellschaften in weiten Teilen die Fähigkeit zur Selbstbeobachtung.

Glücklicherweise verfügt die Bundesrepublik über eine Vielzahl qualitativ hochwertiger journalistischer Medien. Bislang jedenfalls. Hält die Corona-Krise länger an, könnte sie Teile der deutschen Medienlandschaft verwüsten. Es ist eine paradoxe Konstellation: Während die Nachfrage der Bürger nach verlässlichen Informationen, nach Einordnung und kritischer Recherche so groß ist wie seit langem nicht, während Redaktionen rund um die Uhr vom Homeoffice aus arbeiten, bricht die wirtschaftliche Basis eben dieser Arbeit weg. Ein beispielloses Mediensterben kündigt sich an, verbunden mit der Konzentration auf wenige sehr große Medienmarken. Ganze Regionen könnten weitgehend ohne journalistische Berichterstattung dastehen.

Soweit dürfen wir es in Deutschland nicht kommen lassen. Wir brauchen innovative Ansätze, die eine vitale, unabhängige Medienlandschaft sichern. Optionen gibt es einige: neues privatwirtschaftliches journalistisches Unternehmertum, stiftungsfinanzierte Angebote, die Verbreiterung und Intensivierung des öffentlichen-rechtlichen Journalismus wo nötig, die Förderung des Journalismus nach dem Vorbild der Film-, Kultur- oder Forschungsförderung und Vieles mehr. Generell plädieren wir zudem für eine kooperationsorientierte Weiterentwicklung der Medienordnung: Wechselseitig vorteilhafte Kooperationen und Allianzen zwischen privaten und öffentlich-rechtlichen Medienunternehmen sollten grundsätzlich ermöglicht und gefördert werden, sofern sie den publizistischen und journalistischen Wettbewerb stützen.

Als Institut für Journalistik (IJ) der Technischen Universität Dortmund, der größten universitären Einrichtung für journalistische Bildung im deutschsprachigen Raum, sehen wir uns in der Verantwortung, dabei zu helfen, Antworten auf die Medienkrise zu finden.

Als unabhängige Institution bieten wir an, die Plattform für diesen Diskurs bereitzustellen. Wir laden Verlage, Medienunternehmen, Medienpolitiker, öffentlich-rechtliche Anstalten, journalistische Start-ups, interessierte Investoren, Verbände, Journalistinnen und Journalisten und Stifter ein, kooperativ an solchen Lösungen zu arbeiten. Ziel ist es, gemeinsam diesen wichtigen Teil der demokratischen Infrastruktur zu erhalten.

Auf diesen Seiten bündeln wir Beiträge, Dokumente und Diskussionen zur Zukunft des Journalismus.